Mit der Kunst muss man zu den Menschen gehen

Dr. Jan Hoet im Gespräch mit Urszula Usakowska-Wolff

 

Dr. Jan Hoet, Direktor von MARTa Herford. Fot. Urszula Usakowska-Wolff

 

Sie sind als Promotor der zeitgenössischen Kunst bekannt geworden, aber es ist kein Geheimnis, dass Sie sich früher auch als Amateurboxer betätigten. Haben Sie irgendwann  einen Boxkampf durch ein K.O. verloren?

Jan Hoet: Meine Beschäftigung mit dem Boxen liegt schon ziemlich lange zurück, doch ich bin nie K.O. geschlagen worden.

Haben Sie einen Ihrer Gegner K.O. geschlagen?

Jan Hoet: Nein, denn in meiner Leichtgewichtsklasse ist das eher unwahrscheinlich.

Gibt es zwischen Boxen und Kunst irgendwelche Verbindungen?

Jan Hoet: Selbstverständlich! Boxen und Kunst verbindet Leidenschaft und Präzision. Darüber hinaus können beide ohne Promotoren nicht auskommen.

Nach fast 25 Jahren haben Sie Ihren Traum erfüllt, und Sie konnten am 6. Mai 1999 ein neues Museum, das Stedelijk Museum voor aktuelle Kunst in Gent - SMAK - eröffnen. Sie haben sich knapp zwei Jahre an Ihrem Lebenswerk erfreut und dann sind Sie nach Herford, eine Kleinstadt in Ostwestfalen, gezogen. Was war der Grund?

Jan HoetDer Grund war, dass ich erstens nicht gern in Pension gehe. Das ist natürlich  normal, aber es bedeutet auch, dass ich noch immer die Neugierde habe, die Kunst zu beobachten, Künstler zu entdecken, neue, junge Künstler, mich noch zu engagieren, Raum zu finden, wo der Künstler sich ausdrücken kann. Das ist für mich wichtig: alles zu tun, was in meiner Möglichkeit liegt, die Komplizenschaft mit der Kunst fortzusetzen, und ein Publikum dafür zu sensibilisieren, die wichtige Rolle der Kunst in ihrer Entwicklung zu verfolgen. Das ist absolut notwendig, weil dass ein Stückchen der Freiheit ist, die die normale Gesellschaft nicht hat, vielleicht als Traum, meine ich, und nicht als Wirklichkeit, und dass, wenn man offen steht gegenüber der Kunst,  man den Eindruck hat, ein kleines Stückchen der Freiheit des Künstlers für sich selber zu nehmen. Und ich wollte, statt die Logik zu verfolgen, in eine größere Stadt als Gent zu gehen, in eine viel kleinere Stadt zu ziehen, um dort eigentlich von Null anzufangen. Herford  war für mich eine Möglichkeit, das zu tun. Ich liebte immer die Peripherie, wo man ganz unten anfangen muss, wo es ein Brachland gibt. Darüber hinaus träumte ich immer von der Zusammenarbeit mit Frank O. Gehry, den ich seit 1981 kenne. Niemand versteht Künstler so gut wie er, und er hat auch bewiesen, dass er hervorragende Museen bauen kann. Bei dem neuen Museum in Gent war die Zusammenarbeit mit einem renommierten, internationalen Architekten leider nicht möglich, was für mich auch eine gewisse Frustration bedeutete. Deshalb habe ich das Angebot aus Herford umgehend angenommen.

Jan Hoet, Frank O. Gehry, Regierungspräsident Andreas Wiebe und Bürgermeister Thomas Gabriel bei der Vorstellung des MARTa-Modells anlässlich der Grundsteinlegung des Museums in Herford am 27.06.2001. Fot. © Urszula Usakowska-Wolff.

Wenn Sie den Vorschlag nicht bekommen hätten, für fünf Jahre nach Herford zu kommen, würden Sie etwas anderes machen und Gent verlassen?

Jan Hoet: Nein, dann hätte ich mich auf Projekte beschränkt, es gibt zum Beispiel Interesse daran, dass ich in Beelitz, in einem Sanatorium, eine große Ausstellung mache. Es gibt Vorschläge vom Bodensee, dort etwas zu tun. Im Sommer 2001 habe ich auch "Sonsbeek" in Arnheim gemacht; man hat mir auch die Organisation einer Ausstellung in New York vorgeschlagen. Ich arbeite viel in Belgien und auch im Ausland. Das macht mir natürlich Spaß. Aber am liebsten mache ich etwas, wenn es mit einem Totalkonzept zusammenhängt, wo ich mit einem Museum verbunden bin. Und dass ist natürlich die Chance, dass Thomas Gabriel, der Bürgermeister von Herford, zu mir gekommen ist, und mich gefragt hat, durch verschiedene Quellen inspiriert, ob ich das Museum in Herford aufbauen möchte, es wie eine Brücke zu bauen. Das ist der Anfang. Wenn man einen jungen Mann hier hinsetzte, in eine so konservative Stadt, dann denke ich, könnte das  sehr schwierig sein. Man kann die Wiederstände nicht brechen.

Wenn Sie von außen kommen, ist dass schon von Vorteil, weil Sie mit allen Gruppen und Cliquen vor Ort nicht verbunden sind. Haben Sie deshalb eine größere Freiheit und einen beachtlicheren Spielraum?

Jan Hoet: Ja, ich habe einen frischen Blick; ich kann sehen, wo eine gewisse Lobby sitzt und ich kann es vermeiden, mich ihr allzu sehr zu nähern. Das ist viel besser, viel gerader. Kunst muss man ab und zu mit Abstand beobachten. Und die Organisation eines Museums muss man mit der notwendigen Distanz  realisieren. Was Herford betrifft, ist das eine sehr interessante Stadt, die im Mittelalter von Frauen erbaut wurde. Wenn diese Stadt nicht so wichtig wäre, hätten die Ungarn sie nicht überfallen! Aber die Einkapselung in der Geschichte reicht nicht aus, man muss sich in der Gegenwart zurechtfinden, um für die Zukunft offen zu sein. Ich möchte, dass Herford zu einem Zentrum der jungen Kunst wird. Das Verständnis, welche Bedeutung die Geschichte für das eigene Bewusstsein hat, hängt sicherlich mit meiner Erziehung und der Zugehörigkeit zu meiner Generation zusammen. Deshalb sehe ich vielleicht deutlicher, was in der Kunst bestehen kann. Mich hat die Geschichte mehr gezeichnet, als die heutige Generation. Ich möchte junge Kunst auch deshalb zeigen, um selbst frisch zu bleiben!

Wie Sie zuvor sagten, ist Herford eine konservative Stadt mit einer konservativen Kunstlobby. Haben Sie Kontakte zum Herforder Kunstverein, der sich vorwiegend mit den Ausstellungen der Klassischen Moderne beschäftigt und inzwischen immerhin bei Emil Schumacher und Horst Janssen angelangt ist? Und Sie wollen hier mit junger Kunst den Sprung ins 21. Jahrhundert wagen?!

Jan Hoet: Ja, Schumacher, das ist nicht schlecht, das ist ja schon die Mitte des vorigen Jahrhunderts! Ich hatte Kontakte zum Herforder Kunstverein. Das was sie machen, ist notwendig, es ist gut, dass so etwas hier existiert, aber es geht nicht weit genug. Es ist eine kleine Plattform, das ist schon wichtig, aber nicht mit den Signalen, die ich gern voraussetze, nämlich mit jungen unbekannten Künstlern unter vierzig zu arbeiten und eine Verknüpfung mit der Wirtschaft vor Ort zu suchen. Hier gibt es eine sehr entwickelte Möbelwirtschaft, ihr größtes Zentrum in Europa. Aber die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist möglich unter der Bedingung, dass man in die Wirtschaft innovative Aspekte einbeziehen will. Wenn die Kunst der Motor, die Dynamik der Kultur ist, dann kann man vielleicht Signale setzen, so dass die Wirtschaft sich daran anhängen kann. Was die Künstler und vor allem Künstlerinnen betrifft, so ist Herford, das im Mittelalter von Frauen gegründet wurde, ein idealer Ort, um Arbeiten junger Künstlerinnen zu präsentieren. In der Kunstwelt gibt es heute 65% Künstlerinnen, was die Ausstellungswelt leider noch nicht gemerkt hat. Aber das Geschlecht ist für mich nicht entscheidend. Ich werde mich nicht nach der Quote, sondern nach der Qualität der Kunst richten.

MARTa ist als ein Museum konzipiert, in dem die Kunst neben den von der ostwestfälischen Industrie produzierten Möbeln und Accessoires, eben jenem Ambiente, welche das schöne Wohnen in einem gepflegten Einfamilienhaus prägt, funktionieren wird. Es ist jedoch bekannt, dass die hiesige Möbelindustrie unter dem Gesichtspunkt des Designs nicht gerade führend ist. Sie produziert solide Zimmer- und Küchenmöbel, häufig eine aktuelle Variante des Gelsenkirchener Barocks. Wie verhält sich das zur Kunst, die Sie im künftigen Museum ausstellen möchten?

Jan Hoet: Es stimmt, dass das hiesige Design ziemlich konventionell und konservativ ist. Das resultiert nicht aus mangelndem Willen oder fehlenden Begabungen der örtlichen Designer. Unser Museum wird für sie die Chance sein, ihre Kreativität zu zeigen, es wird sie zu innovativen Lösungen motivieren, ohne die man neue, junge, internationale Käufer nicht gewinnen kann. Unser Museum wird also ein interkulturelles, kreatives Zentrum sein, das verschiedene Bereiche beeinflussen wird.

Ich glaube, es wird noch sehr wenig verstanden, dass die Kunst ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Wenn wir daran denken, dass im Jahr 2001 180 Millionen Menschen die Museen in Deutschland besuchten...

 Jan Hoet:.... dann ist das ein Bedürfnis!

Das bedeutet zugleich, dass man mit Kunst und Kultur auch Marketing, Standortmarketing, betreiben kann.

Jan Hoet: Selbstverständlich, denn Druckereien leben von Museen, Werbeagenturen können auch von Kunst leben.

Ist die Werbung mithilfe von Kunst die preiswerteste Art der Werbung?

Jan Hoet: Absolut!

Warum setzt sich diese Erkenntnis so langsam durch?

Jan Hoet: Ich verstehe es nicht. Zum Beispiel ein Maler, der sorgt auch für die Entwicklung der Wirtschaft, wenn man bedenkt, wie viel Farben, eine Leinwand, Staffeleien kosten, das ist alles unglaublich teuer, das ist eine ganze Industrie, die dahinter steckt. Das wird zu wenig gesehen und das sollte hier, in Herford, viel besser wachsen, dieser Gedanken, dass es Verknüpfungen mit so vielen Dingen gibt. Und die heutige Kunst ist sehr interessant, weil sie sich nicht auf eine Ausdrucksweise, nicht nur auf Malerei, auf Bronze beschränkt, sondern weil ein großes Spektrum von Materialien besteht.

MARTa wird voraussichtlich im Spätsommer 2003 eröffnet. Sie sind seit dem 1. Juli 2001 ihr Direktor und sie haben schon drei Ausstellungen in Herford organisiert.

Jan Hoet: Ja, am 10. Februar geht bereits die dritte Ausstellung: "Wer denkt heute an Schwarz Afrika" zu Ende. Die erste Ausstellung war nur eine Begleitaktion:  Voilà, ich wollte zeigen, dass und wie ich an diesem Prozess von Bau und Entwicklung teilnehme. Zweitens habe ich gesagt, wer ich bin. Ich wollte vor allem demonstrieren, welches meine Position im gesellschaftlichen Bereich ist und dass ich versuche, interkulturelle Werte zu bauen.

Und Sie versuchen, die Stadt und ihre Bürger ebenfalls einzubeziehen. Einige der Plakate der Ausstellung "Wir sind die anderen" wurden von Herforder Schulkindern gefertigt.

Jan Hoet: Ja, die Schulkinder waren an dieser Aktion beteiligt und das ist sehr wichtig, denn mit der Jugend fängt alles an und sie haben alles verstanden. Viele ältere Leute haben die Plakate nicht verstanden, sie waren böse. Wenn ich sehe, dass die Kinder das gut und angenehm finden, dass sie mitgearbeitet haben und die Älteren nicht, dann entsteht eine große Spannung. Ich wäre nicht gerne ein Kind von Eltern gewesen, die nicht offen stehen für etwas Neues, verstehen Sie? Es wäre schrecklich, so etwas! Und erst jetzt fängt alles richtig an.

Sie haben schon ein Ankaufsetat, sie können also schon jetzt  Geld für Kunst ausgeben, ganze 1,5 Millionen DM im Jahr!

Jan Hoet: Schön, nicht wahr? Fantastisch! Das ist fantastisch! Diese Summe ist für Ausstellungen und Ankäufe vorgesehen. Ich habe schon den ersten Kunstkauf für das Museum getätigt. Es ist die Arbeit der jungen deutschen Künstlerin Silke Schatz: Die Innenausstattung der Schule, in die sie als Kind gegangen ist, mit Bildern, einem Sofa und einem Globus. Heute gibt es wenig Künstler, die sich mit der Geschichte befassen. Die meisten sind auf die Gegenwart ausgerichtet, ohne ein Gefühl für die Vergangenheit und Zukunft zu haben.

Wie viele Ausstellungen möchten Sie im Jahr machen?

Jan Hoet: Maximal acht Ausstellungen im Jahr. Meine jetzige, dritte Ausstellung in Herford hat Afrika, vor allem Kongo,  zum Thema, sie setzt sich mit seiner Situation vor und nach der Kolonisierung auseinander. Ich bringe nicht nur Kunst, sondern auch einen kulturellen Kontext zum Vorschein. Die ersten afrikanischen, frühen Skulpturen sind Meisterwerke. In Herford kann man jetzt wunderschöne Masken und Statuen aus Privatsammlungen und institutionellen Sammlungen besichtigen. Und diese Ausstellung hat selbstverständlich auch eine umfangreiche, didaktische Begleitung.

Soll die Ausstellung "Schwarz-Weiß. Wer denkt jetzt an Schwarz Afrika" ein Ausdruck dessen sein, dass Belgien sich zurzeit mit diesem, nicht immer rühmlichen Teil seiner Kolonialgeschichte sehr stark beschäftigt?

Jan Hoet: Ja, dazu gehört vor allem die Geschichte von Lumumba.

Ich habe davon gehört, dass er umgebracht wurde, und dass die belgische Regierung dahinter steckte.

Jan Hoet: Die belgische Regierung natürlich und auch die CIA. Das wird alles in dieser Ausstellung gezeigt, sowie die Periode nach der Kolonialisierung und wie sie die heutigen Künstler sehen.

Zu denen Luc Tuymans ebenfalls gehört.

Jan Hoet: Selbstverständlich! Sein Bild vom König Baudouin kann man in Herford besichtigen, nachdem es im vorigen Jahr auf der Biennale in Venedig ausgestellt war.

Sie holen Politik, Kunst und Kultur nach Herford? Wird hier der kultur-politische Mittelpunkt der Welt sein?

Jan Hoet: Der Welt ist vielleicht übertrieben, aber in dieser Region wird Herford sehr wichtig sein.

Wie stehen denn die anderen Museen zu Ihnen, z.B. die Kunsthalle in Bielefeld?

Jan Hoet: Die Kunsthalle ist viel institutionalisierter, als wir es sind und sein werden. Thomas Kellein kenne ich sehr gut und er ist ein sehr guter Kollege. Er ist sehr zufrieden, dass MARTa nach Herford kommt, weil er dadurch größere Spannungen entwickeln kann. Jetzt ist er verpflichtet, sich an eine gewisse Klassik zu halten.

Ich merke, dass die Kunsthalle sich jetzt mehr bemüht, auch nach draußen zu gehen, und realisierte zum Beispiel im vorigen Sommer die "Kleinen Paradiese", zu denen sie internationale, junge Künstler nach Ostwestfalen einlud, die dann in Parks und Gärten publikumswirksame Installationen und Objekte bauten. Vor ein paar Jahren wäre eine derartige Aktion kaum vorstellbar.

Jan Hoet: Ja, dazu ist die Kunsthalle jetzt verpflichtet. Und die Leute, die hinter der Kunsthalle in Bielefeld stecken, sind jetzt auch verpflichtet, mitzudenken.

Wie ist Ihre Position und Situation hier? Haben Sie eine unbegrenzte Freiheit? Können Sie machen, was Sie wollen?

Jan Hoet:  Das Problem ist nicht, dass ich im Wesen die Freiheit suchen muss, sondern dass ich immer frei bin. Das ist alles.

Sie müssen keine Rücksicht auf Institutionen nehmen, die Ihnen am liebsten die Hände binden würden?

Jan Hoet: Nein, absolut nicht! Was jedoch viel wichtiger ist: man muss versuchen, die Mentalität der Menschen vor Ort zu verändern. Mit dem neuen Museum, mit MARTa allein, wird es nicht gehen, denn man kann zwar in einer relativ kurzen Zeit ein Museum aufbauen, jedoch schafft man es nicht, in derselben Zeit die Mentalität der Stadt umzubauen. Deshalb ist es notwendig, dass MARTa keine Insel wird. Es muss sich erstens verknüpfen mit dieser Stadt. Zweitens muss es neue Signale möglich machen, die sich mit dem Museum kombinieren lassen. Eine Musikabteilung wäre wichtig. Hier gibt es ja die Norddeutsche Philharmonie. Es wäre wichtig, dass wir mit diesen Leuten mehr zeitgenössische Musik bringen, die heutige klassische Musik, dass nicht nur Mozart, Bach und Beethoven immer zu hören sind. Es kann vielleicht auch eine Universität für Wissenschaftlerinnen kommen, die von starken Frauen geprägt wird. Es gibt viele Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt, die nicht bekannt sind.

Wir haben über die Biennale in Venedig kurz gesprochen, auf der Sie Kurator des belgischen Pavillons mit der Ausstellung des Malers Luc Tuymans waren. Haben Sie den polnischen Pavillon  besucht?

Jan Hoet: Diese Streifen?

Ja, mit der Streifenmalerei von Leon Tarasewicz.

Jan Hoet: Ja, das war sehr, sehr gut, wunderschön. Das ist ein guter Künstler!

Er wollte die Säulen in der Stadt bemalen, aber Venedig war damit nicht einverstanden.

Jan Hoet: Ja, man hat ihm das nicht erlaubt. Aber er ist fantastisch. Den würde ich gern hier in Herford zeigen.

Ich denke, damit dürfte es kein Problem geben. Leon Tarasewicz würde Ihnen wohl nicht nein sagen. Stellen Sie sich vor, er ist Professor an der Akademie der Künste in Warschau. Und trotzdem kann er so malen. Das kommt selten vor, dass ein Professor etwas Kreatives macht!

Jan Hoet: Ja, das ist sehr selten. Ein Akademieprofessor und ein Künstler - das ist sehr schwierig. Das ist meistens ein Wiederspruch. Tarasewicz ist ein sehr guter Künstler.

Das sagen Sie nicht nur als Kompliment, weil Sie wissen, das unser Gespräch an polnische Leser gerichtet ist?

Jan Hoet: Nein, ich bitte Sie! Ich habe seine Ausstellung lange besichtigt, ich habe ihn auch gesehen. Ich wollte auch mit ihm sprechen, aber er gab gerade ein Interview und das dauerte mir ein bisschen zu lange, ich hatte keine Zeit, ich musste schon wegfahren  an diesem Tag. Also ich wollte mit ihm sprechen, weil er sehr gut ist, diese Dinge in Venedig waren wirklich fantastisch!

Sie haben zur documenta IX drei polnische Künstler: Tomasz Ciecierski, Mirosław Bałka und Mariusz Kruk eingeladen. Haben Sie noch Kontakt zu ihnen?

Jan Hoet: Zu Mariusz Kruk habe ich den Kontakt verloren. Ich glaube, er wohnt jetzt in Frankreich.

Ich glaube, Tomasz Ciecierski wohnt auch in Frankreich.

Jan Hoet: Ja, und das ist sehr schwierig.

Schwierig? Ist es schwierig, nach Frankreich zu fahren? Von Herford aus liegt es doch näher als Polen!

Jan Hoet: Nein, nicht deshalb. Das ist schwierig, weil sie im Süden leben und im Süden ist man auch nicht mehr so aktiv, denke ich. Aber wir müssen unbedingt Kontakt  mit Mariusz Kruk aufnehmen, weil ich gerne mit Mariusz Kruk hier etwas in Herford machen möchte, denn er hat viel mit Möbeln zu tun. Verstehen Sie?

Ja, denn ich habe seine Stuhl-Raum auf der documenta IX gesehen.

Jan Hoet: Diese Arbeit habe ich gekauft für mein Museum in Gent. Man kann diesen Stuhl wieder herstellen hier in Herford. Das ist es.

Der Stuhl von Mariusz Kruk auf der documenta IX. Fot. Andrzej Weclawski

Haben Sie außer Mirosław Bałka, dessen Ausstellung Sie im August 2001 in Ihrem SMAK in Gent eröffneten, Kontakte zu anderen polnischen Künstlern? Mir ist aufgefallen, dass Ihre Mitarbeiterin und jetzige Assistentin Ann Demeester Kuratorin des "Poetry Sommer" in der flandrischen Kleinstadt Watou  war, an dem u.a. Paweł Althamer teilgenommen hatte.

Jan Hoet: Ist Althamer ein Pole? Das habe ich nicht gewusst. Was die Kontakte zur polnischen Kunstszene betrifft, so habe ich jetzt keine direkten Kontakte, sie sind ein bisschen verloren gegangen. In den letzten fünf Jahren hatte ich die Zeit nicht mehr, um  dahin zu reisen. Das war mein Problem. Ich war zu beschäftigt mit Ausstellungen. Ich hatte zu viele Ausstellungen. Und dann war noch der Neubau des Museums in Gent. Das forderte so viel von meiner Zeit, dass ich die Möglichkeit nicht hatte, noch etwas anderes zu tun. Deswegen bin ich sehr zufrieden, nach Herford gekommen zu sein.

Werden Sie jetzt mehr Zeit haben, um nach Warschau zu reisen? Von hier sind es nur knapp eintausend Kilometer bis dort.

Jan Hoet: Voilà! Es ist nicht viel mehr, als nach Gent.

Wie sollen die osteuropäischen Länder auf dem internationalen, also auch deutschem Kunstmarkt bestehen, wenn es in diesen Ländern keinen Kunstmarkt, keine Galerien, die die KünstlerInnen weltweit fördern und vertreten, wenn es keine Mittelschicht gibt, die zeitgenössische Kunst kauft, wenn die Museen kein Geld haben. Wer soll diesen KünstlerInnen helfen, international Fuß zu fassen?

Jan Hoet: Der internationale Austausch ist sehr wichtig. Die Institutionen müssen unbedingt Ausstellungen machen, in denen man die polnische Kunstszene mit der internationalen vergleichen kann.

Aber die Kulturinstitutionen sagen: wir haben kein Geld und darüber hinaus sollte in Polen  am besten alles national sein!

Jan Hoet: Sie müssen sich die Mühe machen, mit den anderen Ländern zu sprechen. Nicht nur Institutionen, auch die Länder. Ich bin sicher, dass, wenn man einen belgischen Künstler in Polen ausstellen wollte, man Geld vom belgischen Staat dafür bekäme. Da bin ich mir ganz sicher.

Und wenn man einen polnischen Künstler in Belgien ausstellen wollte, würde man dafür auch Geld vom belgischen Staat bekommen?

Jan Hoet: Selbstverständlich! Bałka hatte vor einem halben Jahr  eine große, eine sehr große Ausstellung in Gent, auch mit neuen Arbeiten, die in Gent entstanden sind.

Unternehmen die polnischen Museumsleute, Kuratoren und Direktoren zu wenig, um mit ihren ausländischen Kolleginnen ins Gespräch zu kommen? Haben Sie zu wenig Kontakte im Ausland?

 Jan Hoet: Stanisławski hatte das!

Ja, aber Ryszard Stanisławski, der langjährige Direktor des Kunstmuseums in Łódź, lebt leider nicht mehr.

Jan Hoet: Und jetzt ist Borowski da, von der Galerie Foksal in Warschau. Er ist meiner Meinung nach sehr gut, aber ein bisschen hermetisch. Er sollte offener werden, denn er hat eine viel größere Verantwortung, als er denkt. Was er in den 1970er Jahren gemacht hat, war beeidruckend!

Manchmal warten die Künstler darauf, dass man sie entdeckt. Andererseits, was sollten sie schon anderes machen, wenn sie kein Geld und keine Förderer haben?

Jan Hoet: Sie sollten reisen, reisen kostet heute nicht so viel.

Na ja, viele von ihnen sind leider  keiner Fremdsprache mächtig. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass ein Künstler zuerst in sich selbst investiert.

Jan Hoet: Wer sich mit Kunst beschäftigt,  muss vor allem in die Fremdsprache investieren. Englisch muss man heute unbedingt beherrschen. Wenigstens Englisch.

Und man muss wohl auch aufhören, das Nationale ständig zu unterstreichen! Jeder kommt irgendwo zur Welt und kann sich das Geburtsland nicht selbst auswählen.

Jan Hoet: Ja, doch das, was man geschenkt bekommen hat, muss man nicht verlieren. Aber man muss es nicht als Ziel sondern als Ansatz nehmen, auf der Suche nach einem universellen Appell.

Es gibt nicht wenige Fachleute hier im Westen, die behaupten, dass ökonomisch unterentwickelte Länder keine Kunst produzieren können. Wie sollen also die KünstlerInnen aus diesen Ländern auf dem westlichen Kunstmarkt überhaupt bestehen? Sie haben meistens keine Galerien, die ihre Interessen international vertreten.

Jan Hoet: Das sind schreckliche Bedingungen. Da sind Bremsen. Das bremst, dessen bin ich mir absolut sicher. Aber man darf trotzdem nicht aufgeben. Das hat meine bereits erwähnte Bałka-Ausstellung in Gent gezeigt.

Haben Sie diesen Künstler persönlich entdeckt?

Jan Hoet: Ja, schon vor langer Zeit, das war 1989. Und es ist so, dass Mirosław Bałka in meiner Genter Ausstellung mit Stanley Brouwn, einem internationalen Konzeptkünstler, der nicht gerne hört, wenn man konzeptuell sagt, und mit Dirk Brackmann, einem jungen Künstler im Vergleich stand, also hatten wir dort drei Generationen, die miteinander ins Gespräch  kamen, woraus sich vielleicht neue Kontakte ergeben.

Sollte eine Künstlerin oder ein Künstler, der von Ihnen entdeckt werden möchte, nach Herford kommen und Ihnen seine Arbeiten zeigen? Ist das der richtige Weg?

Jan Hoet: Nicht immer. Wenn ich etwas Interessantes antreffe, sage ich normalerweise: Voilà, ich muss Unterlagen haben, so dass es einen Filter gibt.

Nach der documenta IX, die ich ebenfalls besucht habe und die ein fröhliches, ungezwungenes, lebendiges Kunstfest war...

Jan Hoet: Energetisch, nicht wahr?

... haben Sie sehr viele Kunstprojekte sozusagen auf dem flachen Land initiiert und durchgeführt, an Orten, weitentfernt von großen Kunstzentren und von der heutigen Kunst. Ich habe zum Beispiel im Jahr 2000  "3 Räume - 3 Flüsse" in Hannoversch Münden gesehen und fand diese Ausstellung sehr gelungen. Schade, dass sie dort nicht für immer geblieben ist, denn sie passte sehr gut in die dortige Flusslandschaft.

Jan Hoet: Schade, nicht wahr? Aber die Stadtbevölkerung war nicht reif dafür. Sie ist absolut konservativ. Sie hat das nicht verstanden. Sie sah das wie einen radikalen Einbruch in ihr normales, kleines, sündiges Leben.

Im vorigen Jahr haben Sie ein großes Projekt "Sonsbeek 9 - Locus/Focus" in Arnheim realisiert  Wie wurde diese Aktion, an der sich über 70 internationale KünstlerInnen beteiligten, deren Werke über die ganze Stadt,  das Einkaufzentrum, die Kirche und  die Grünflächen verteilt waren, von der dortigen Bevölkerung aufgenommen?

Jan Hoet: Auch nicht so stark, muss ich sagen. Dort war es auch schwierig. Arnheim ist keine aufgeschlossene Stadt,  noch immer mit dem Rücken nach Deutschland gewandt.

Sie sind also nicht nur der Mann für große Events sondern auch für kleine, schwierige Eventchen in der sturen Provinz?

Jan Hoet: Ja, ich liebe die Peripherie. Ich mache dort gern etwas, weil die Künstler ebenfalls  die Notwendigkeit spüren, auszubrechen. Sie spüren diese Notwendigkeit ab und zu. Das hat mit Kreativität zu tun. Jetzt geht es los, dorthin, wo ich mich ausleben kann! Verstehen Sie? Und das ist fantastisch! Sonst gibt es ja zu viel Galeriekunst.

Man muss mit der Kunst ins Freie, ins Grüne und auf die Straße gehen?

Jan Hoet: Ja, man muss mit der Kunst zu den Menschen gehen, auch wenn die Menschen das nicht immer verstehen!

 

Manfred Wolff mit dem Häuptling von Sunday Jack Akpan. Fot. Urszula Usakowska-Wolff

 

Sie sind ein sehr aktiver und beschäftigter Mann. Haben Sie eine Familie?

Jan Hoet: Ja, Frau und drei Kinder und sieben Enkelkinder.

Wie halten sie das mit Ihnen aus? Sie sind ja nie zu Hause? Vielleicht halten sie es deshalb mit Ihnen aus?

Jan Hoet: Ja, vielleicht deshalb! Deshalb, ja!

Ihre Familie wohnt in Gent?

Jan Hoet: Ja, aber sie kommt nach Herford, um mich zu besuchen.

Ich möchte Ihnen jetzt eine hypothetische Frage stellen, doch ich bitte um eine möglichst realistische Antwort darauf: Ihr fünfjähriger Vertrag in Herford ist abgelaufen, MARTa steht auf eigenen Füßen und kann auch ohne Ihre Hilfe arbeiten. Da bekommen Sie ein Angebot aus Warschau, dort ein vergleichbares Museum für zeitgenössische Kunst aufzubauen. Welche Bedingungen müssten erfüllt werden, damit Sie es annehmen?

Jan Hoet: Mama mia! Wenn Warschau sich wirklich profilieren möchte, dann muss man mit Kosten von cirka 25 Millionen €uro rechnen. Und dann muss man jedenfalls eine Infrastruktur, entsprechende Lagerräume und qualifizierte Experten in verschiedenen Funktionen des Museums haben:  Restauratoren, ferner einen Kustos, der nicht die Ambition hat, Direktor zu werden. Verstehen Sie? Weil der Kustos ein hermetischer Mann sein muss, der in seinem geschlossenem Raum all die Dinge dieser Welt beobachtet. Das ist eine Frage der Mentalität. Ich finde, dass es der Museumsdirektor ist, der  in der Öffentlichkeit steht. Und dann muss ein Geschäftsführer da sein, der sich nicht mit den Inhalten beschäftigt, und ein anderer Geschäftsführer, der Kontakte zur Wirtschaft knüpft.

Müsste das Museum die Form einer gemeinnützigen GmbH, wie hier in Herford, haben und keine staatliche Institution sein?

Jan Hoet: Ja, eine gemeinnützige Gesellschaft ist optimal. Es geht um eine Personalisierung, keine totale Privatisierung. Dass zum Beispiel die Stadt uns jedes Jahr subventioniert und dass wir dann jedes Jahr oder alle zwei Jahren die Verantwortung dafür aufbringen.

Sucht sich ein solches Museum seine Sponsoren selbst aus?

Jan Hoet: Ja, ich habe in Gent dreißig private Sponsoren mit einem Vertrag von fünf Jahren. Das ist fantastisch!

Und dann muss man so einen Mann wie Sie auch bezahlen können?

Jan Hoet: Das ist nicht so viel. Hier verdiene ich jetzt so viel wie der Rektor eines Gymnasiums. Ich Warschau könnte es natürlich etwas mehr sein, denn die Reisespesen sind höher.

Ist es erforderlich, dass sich in den osteuropäischen Ländern - Polen inbegriffen, neben nationalen auch internationale KandidatInnen um die Posten der MuseumsdirektorInnen bewerben können?

Jan Hoet: Unbedingt. Eine Internationalisierung dieser Posten ist absolut notwendig. Das hat man hier in Deutschland auch verstanden. Das sieht man zum Beispiel an der documenta. Und in der Wirtschaft ist das schon sehr lange der Fall.

Dieses Verständnis hängt ja mit dem Geld zusammen.

Jan Hoet: Ja, das Geld ist wichtig, aber noch wichtiger sind die Gesetze. Jedes Land kann wachsen, wenn es entsprechende Gesetze zur Förderung seiner Kunst schafft.

Belgien hatte auch nicht den Ruf, eine Hochburg der Wirtschaft zu sein. Im Gegenteil - dort gab es wirtschaftliche Regionen mit Bergbau, die sich in der Krise befanden. Und trotzdem hat sich Ihr Land, künstlerisch gesehen, in den letzten Jahren profiliert: Gent als Zentrum der zeitgenössischen Kunst, Antwerpen als internationale Modemetropole.

Jan Hoet: Das ist wirklich unglaublich. Wir haben viele, hervorragende Künstler und viele Sammler. Kunst kann wachsen, wenn ein Vertauensverhältnis zwischen allen daran Beteiligten besteht.

Jan Hoet, Urszula Usakowska-Wolff und der "Elefant" von Carsten Höller. Fot. Manfred Wolff

Das Gespräch mit Jan Hoet führte Urszula Usakowska-Wolff.

Copyright © Urszula Usakowska-Wolff. Alle Rechte vorbehalten.

Jan Hoet wurde 1936 in Löwen als eines von sieben Kindern geboren. Sein Vater war von Beruf Psychiater und begeisterter Kunstsammler. Der zukünftige Museumsdirektor und Kurator internationaler Ausstellungen wollte Maler werden, studierte dann Archäologie und Kunstgeschichte und promovierte über "Die ersten Abstrakten in Belgien". 

1975 übernahm er die Leitung des neugegründeten Museums van Hedendaagse Kunst in Gent, wo er die bedeutendste Sammlung zeitgenössischer belgischer Kunst mit minimalem Budget aufbaute. Am 6.05.1999 wurde in Gent das Stedelijk Museum voor aktuelle Kunst eröffnet.

Ausstellungen und Projekte von Jan Hoet:

1980 - "Art in Europe after 1968" (Beitrag zur Verbreitung von Minimal art, Land art, Konzeptkunst und arte povera);

1985 - "Dialogue" in Lissabon;

1986 - "Chambres d´Ami" in Gent, wo er Wohnungen von 51 Genter Bürgern im gesamten Stadtgebiet von verschiedenen Künstlern gestalten ließ und sie zur Besichtigung frei gab;

1989 - "Open Mind, Closed Circuites";

Einzelpräsentationen von Joseph Beuys, Bruce Nauman, Richard Serra, Panamarenko, Marina Abramovic, Ilya Kabakov.

1992 - Kurator der documenta IX (188 Künstler mit über 1000 Werken und Boxkämpfen);

1995 - "Ripple across the Water", Tokyo;

1997 - "Art of the 20th Century", Venice 1997;

2000 - "3 Räume - 3 Flüsse" in Hannoversch-Münden;

-         "Over the Edges" in Gent;

-         "Kunstwege(n)" in Nordhorn (zusammen mit Saskia Bos, Zdenek Felix und Harald Szeemann);

2001 -  "Artline" in Borken;

-         "Sonsbeek 9", Locus Focus, Ort der Orte in Arnhem (bis 23.09.01, mit über 70 Künstlern);

-         "Frank, Joe & Co." (Modelle zeitgenössischer Museumsarchitektur & die Instalation "Sic transit" des US-Amerikaners Joe Scanlan) in Herford);

-         "Wir sind die anderen", Herford   

-    "Schwarz-Weiß. Wer denk jetzt an Schwarz Afrika?", Herford;

-         Kurator des belgischen Pavillons auf der Biennale in Venedig (Maler Luc Tuymans)

Seit dem 1.07.2001 arbeitet Jan Hoet  als Direktor des Museums für Möbel, Art  (also Kunst), Architektur und Ambiente, kurz:  MARTa in Herford. 

Bis zur Eröffnung von MARTa werden die Ausstellungen (darunter die drei oben erwähnten) im Rahmen des von Jan Hoet konzipierten Projekts "Zeitweise" in der Goebenstraße 1-5, also vis-à-vis des zukünftigen Museums, in Herford gezeigt.

Das Museum MARTa wird vom amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry  in Kooperation mit dem Herforder  Architekten Hartwig Rullkötter von der Archimedes Bauplanungsgesellschaft mbH für cirka 25 Millionen € in der ostwestfälischen Stadt gebaut wird. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert MARTa Herford mit rund 9 Millionen €, die Stadt Herford trägt über 5 Millionen €, weitere Gelder kommen u.a. vom Kreis Herford. 3,6 Millionen € wurden gespendet. Bauherr ist die gemeinnützige Gesellschaft für Möbel, Kultur und Kunst mbH (MKK gGmbH), ein Zusammenschluss ostwestfälischer Unternehmer und Firmen sowie der Stadt Herford.  MARTa wird über eine Nutz- und Verkehrsfläche von 6.400 qm verfügen. Das Gebäude wird aus drei frei geformten Baukörper bestehen, die sich um ein ehemaliges Industriegebäude aus dem Jahre 1959 gruppieren. Im Verwaltungsbereich des Museums werden der Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfallen-Lippe und die Landesgewerbeanstalt Bayern ihren Sitz haben. Im angeschlossenen Neubau werden: eine Galerie und eine Cafeteria, ein Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich untergebracht.

Ausstellung "Schwarz-Weiß. Wer denk jetzt an Schwarz Afrika?"

17. November 2001 bis 10. Februar 2002.

MARTa Herford.  Goebenstraße 1-5. D-32049 Herford

Der Katalog, herausgegeben und mit Beiträgen von Jan Hoet und Ann Demeester hat 178 Seiten mit zahlreichen schwarz-weißen und farbigen Illustrationen, kostet 15 €.


Ausstellungsprogramm 2002/2003

Panamarenko Beautiful objects for clever people
24. Februar - 7. April 2002
Ausstellungseröffnung am 23. Februar 2002 um 19.00 Uhr.

"Verhüllt-enthüllt" auf der Baustelle.
Ausstellungseröffnung 23. März 2002 um 11.00 Uhr auf der Baustelle vom MARTa.

Bjarne Melgaard
27. April - 30. Juni 2002

Kunst-Stoff. Kunst und Design.
21. September - 22. November 2002

Funktion-Dysfunktion
Januar - März 2003

Informationen über MARTa: http://www.marta-herford.de

Informationen über Herford: http://www.herford.de

Informationen über SMAK: http://www.smak.be

zur Ausstellung "Ohne Zögern. Sammlung Olbricht Teil 2" im Neuen Museum Weserburg, Bremen, 2001