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Formbewusst,
präzise, poetisch Rebecca Horn ist eine Künstlerin, die Performances und ortsbezogene Installationen macht, eine Bildhauerin, die Filme dreht, eine Künstlerin, die zeichnet und Gedichte schreibt. Zwischen den Gattungen wechselnd, hat sie in vier Jahrzehnten ein komplexes Œuvre geschaffen, in dem sich psychische Fragilität und emotionale Empfänglichkeit ebenso manifestieren wie Obsessionen und spielerische Leichtigkeit. Die Arbeiten umfassen das weite Spektrum vom Experimentellen bis zum Erzählerischen, verknüpfen das Poetische mit dem Surrealen und treiben aus dem Plausiblen das Schockhafte hervor. Rebecca Horns bildnerische Sprache wird von hohem Formbewusstsein, präziser räumlicher Vorstellungskraft und einem poetischen Ausdrucksvermögen beherrscht. Das gilt für kinetische Skulpturen und mechanische Objekte in gleicher Weise wie für raumgreifende Arbeiten und grafische Darstellungen.
Geht man den Wechselwirkungen ihres Arbeitens nach, dann zeigt sich, dass ihren Zeichnungen eine erheblich größere Bedeutung zukommt, als das bisherige Ausstellungen und Veröffentlichungen erkennen ließen. In einem repräsentativen Überblick stellt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 rund 25 Objekten und raumgreifenden Arbeiten etwa 80 Arbeiten auf Papier gegenüber. Dieser erstmals in solcher Breite gezeigte Komplex des Œuvres ermöglicht den Nachvollzug des intensiven und fruchtbaren Dialogs zwischen dem reichen grafischen Werk und den plastischen Arbeiten, vergegenwärtigt aber zugleich die Originalität und Authentizität des zeichnerischen Schaffens. Blätter
mit freiem Charakter Neben
Objekten wie Paradieswitwe (1975), Spiralbad
(1982), Les Amants (1991) und die raumgreifenden Werke Circle for Broken Landscape (1997) und Book of Ashes (2002) ist auch die Licht-Ton-Installation Licht
gefangen im Bauch des Wales (2002) zu sehen. Eigens für die Düsseldorfer
Station der Ausstellung ist die Arbeit Yin
Yang Drawing the Landscape (2004) entstanden. Den Objekten gegenübergestellt
wird eine Auswahl aus dem in Zyklen gegliederten grafischen Werk. Seit
den 1960er Jahren hat Rebecca Horn immer wieder gezeichnet: Ihre
Darstellungen dienen der Vorbereitung ihrer Skulpturen oder
Installationen. Viele Blätter, vor allem aus den letzten Jahren, haben
einen völlig freien Charakter. Insgesamt
handelt es sich um Diagramme, Partituren, technische Entwürfe
und spontan wirkende Pinselzeichnungen, von denen manche durch
collagierte Objekte, durch Worte und Gedichtzeilen bereichert sind. Darüber
hinaus werden ausgewählte Filmarbeiten wie die Performances
I und II (1970-1973) und Buster’s
Bedroom (1990) gezeigt. Quelle:
Kunstsammlung NRW K20 Düsseldorf Rebecca
Horn
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