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Malen
in Zeiten der Digitalität Die Malerei ist seit dem Aufkommen der Fotografie immer wieder für tot erklärt worden. Ohne Erfolg. Ein Beweis dafür ist die gegenwärtige Ausstellung Painting Pictures: Malerei und Medien im digitalen Zeitalter, mit der das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt, welche Möglichkeiten der Bilderfindung die Malkunst im Zeitalter der fotografischen und digitalen Medien bereit hält. Painting Pictures geht der Frage nach, wie die Malerei es schafft, sich in Auseinandersetzungen mit den sogenannten Neuen Medien immer wieder neu zu positionieren.
Malerisch,
pictorial. pittoresque Gijs
van Tuyl, der Direktor des Kunstmuseum Wolfsburg, sagt zu Konzept und
Titelfindung der Ausstellung: “Leitmotiv der Ausstellung ist das
organische beziehungsweise technische und elektronische Malen von
Bildern, oder besser gesagt, von Pictures,
weil in dem englischen Wort auch technische Medien wie Film und
Fernsehen enthalten sind. Zusätzlich bildet Pictures
auch eine Referenz zum englischen pictorial
(malerisch) und sogar zum französischen pittoresque
(pittoresk). Ferner spielt Painting
Pictures auch auf die
Differenz zwischen Gemälde/Malerei einerseits und Bild andererseits
an.“ Bilder, Fotos und Video Malerei
entsteht
heute im Spannungsfeld von Fotografie und Fernsehen, Werbung,
Kino und Computer. Künstler nutzen diese Medien für ihre Malerei,
indem sie Medienbilder aufgreifen oder den Computer als Skizzenbuch
verwenden, um sich, wie seit Jahrhunderten, ihr Bild von der Welt zu
machen. Umgekehrt zitieren Künstler in Fotografie und Video Bilderzählungen
und Gesten der Malerei oder arbeiten zugleich mit Malerei und Film.
Malerisches Denken braucht heute nicht mehr ausschließlich in Öl auf
Leinwand stattzufinden. Daher sind in Painting
Pictures neben Gemälden auch Fotografien, Filme und Videoarbeiten
zu sehen. Urbane Pop Art Die international ausgerichtete Ausstellung widmet sich insbesondere Bildern des Urbanen und Suburbanen in der Tradition der Pop Art. Dabei spielen einige Künstler, die seit den 1960er Jahren bahnbrechend waren und für jüngere bis heute maßgeblich sind, die Rolle von geistigen Vätern. Sie sind nicht mit Werken vertreten, sondern liefern gewissermaßen die Noten für das Leitmotiv: Richard Hamilton, Martin Kippenberger, James Rosenquist, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Ed Ruscha und Andy Warhol. Die
in der Ausstellung präsentierten Künstler stehen dennoch für ganz
unterschiedliche Generationen. So zeigt das Kunstmuseum Werkgruppen von
"Altmeistern“ wie Bill Viola (*1951) und Jeff Wall (*1946),
Beispiele einer mittleren Generation wie Jeff Koons (*1955) und
Andreas Gursky (*1955) und auch Jungstars wie Wolfgang Tillmans (*1968),
Doug Aitken (*1968), Sarah Morris (*1967) und Elizabeth Peyton (*1965). Überdies stellt die
Ausstellung Werke von Künstlern vor, die in einem internationalen
Kontext bisher nur vereinzelt gezeigt worden sind wie der Thailänder
Udomsak Krisanamis (*1966), die AmerikanerInnen Monique Prieto (*1962), Ingrid Calame
(*1965), Brian Calvin (*1969) oder die Deutschen Torben Giehler (*1973),
Eberhard Havekost (*1967) und Thomas Scheibnitz (*1968). Überraschende Begegnungen Die
Ausstellung Painting Pictures:
Malerei und Medien im digitalen Zeitalter wurde am Kunstmuseum von
Gijs van Tuyl und Annelie Lütgens konzipiert und beinhaltet ca. 100
Werke von 34 Künstlern. Text und Fotos © Kunstmuseum Wolfsburg Bearbeitung und Zwischentitel: Urszula Usakowska-Wolff Painting
Pictures:
TeilnehmerInnenliste: Franz
Ackermann (*1963), Doug Aitken (*1968), Ingrid Calame (*1965), Zur
Ausstellung erscheint im Kerber Verlag ein reich bebilderter Katalog mit
einem Vorwort von Gijs van Tuyl und Essays von Holger Broeker, Knut
Ebeling, Annelie Lütgens, Frank Reijnders, Walter Seitter, Raimar
Stange, Ludwig Seyfarth sowie Kurztexten zu den einzelnen Künstlern. 240 S., ca. 150 Abb.,
€ 48,-.
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