Emanuel Raabs Nachtland

"In der Nacht sind alle Katzen grau“ heißt es im Volksmund. Die Fotografien der Serie Nachtland von Emanuel Raab belehren uns eines Besseren: In ihnen leuchtet die Nacht gelb, rot, grün, orange oder blau. Raab spürt dem künstlichen Licht nach, das nachts aus leeren Fensterhöhlen dringt, Fassaden animiert oder Fabrikhöfe und Parkplätze erhellt. Auf gleichsam magische Art verwandeln sich dreidimensionale Bauten in poetisch-abstrakte Farbkulissen, Tankstellen in geheimnisvolle Schauplätze und Einfamilienhäuser in Orte der Unheimlichkeit. Die in artifizielles Licht getauchten Landschaften sind zu Bildern gefrorene Augenblicke aus Raum und Zeit. Es sind Bühnen, auf denen sich Bedrohung, Traum, Intimität, filmische und poetische Erzählungen zu einem komplexen Gefüge verdichten. Die Nacht erzählt die Gegebenheiten des Tages neu, inszeniert mit dem dramatischen Potential des Geheimnisvollen, des potentiell Möglichen. Das nächtliche Kunstlicht bringt eine eigene Wirklichkeitsebene hervor, eine eigene Atmosphäre, die das Reale in Richtung des Fiktiven und Artifiziellen überschreitet.

Emanuel Raab vor seinem Nachtland(haus). Foto Urszula Usakowska-Wolff, 19.03.03

Emanuel Raab vor seinem Nachtland(haus). Foto Urszula Usakowska-Wolff, 19.03.03

Emanuel Raab, 1957 in Bautzen geboren, studierte Fotografie und Film an der Fachhochschule für Gestaltung in Darmstadt und ist seit 1984 freischaffend. Zahlreiche Ausstellungen, Medienkunstprojekte, Publikationen. Viel Beachtung fand sein Projekt heimat.de. Seit 2001 Professur für Fotografie und Bildmedien an der Fachhochschule Bielefeld.

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

 

Emanuel Raab: "Nachtland", Kehrer Verlag Heidelberg


Die Ausstellung zeigt eine Auswahl großformatiger Motive (80 x 120 cm) der neuen Serie Nachtland, die in einem gleichnamigen Buch im Kehrer Verlag Heidelberg erschienen ist (96 Seiten, 38 Farbabbildungen, mit einem Beitrag von Peter Weiermair, dt./engl., 19,95 € zur Ausstellung, 36,95 € im Buchhandel).

 

Die Kommunale Galerie im Leinwandhaus, Frankfurt am Main, stellt vom 25. Januar 2003 bis zum 30. März 2003 ebenfalls eine Auswahl aus der Serie Nachtland vor.

Text © Kunsthalle Bielefeld

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

Künstlergespräch:

Am 2. April 2003 um 20 Uhr findet ein Künstlergespräch zwischen Emanuel Raab und Dr. Angela Lampe, Kuratorin der Kunsthalle Bielefeld, statt.


Emanuel Raab

Nachtland

Studiengalerie der Kunsthalle Bielefeld

19. März  - 11. Mai 2003

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab


Weitere Informationen über Emanuel Raab:

Galerie Arte Giani, Frankfurt/Main

Verlag der Kunst, Dresden

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab

Emanuel Raab: "Ohne Titel" (aus der Serie "Nachtland"). Foto © Emanuel Raab


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zur Ausstellung von Jerzy Nowosielski in der Staatlichen Galerie Zacheta in Warschau