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Mit
LOVE im Kern Das Kunstmuseum Wolfsburg lädt zum zweiten Spaziergang durch die Schweizer Kunstwelt ein, und wie schon im ersten Teil der Ausstellung „Swiss Made – Präzision und Wahnsinn“ werden Klassiker zeitgenössischen Künstlern gegenübergestellt. Man durchschreitet leicht abgedunkelte Räume, die den Videoprojektionen zur Geltung verhelfen, helle Hallen für Bilder, wandelt zwischen Videoabspielgeräten auf eine großformatige Installation zu und gelangt schließlich in eine große Halle, die ein manischer Handwerker gerade verlassen zu haben scheint.
Der
befreite Holzfäller Thomas Hirschhorn will Hodlers „Holzfäller“ aus der Umklammerung durch einen rechtspopulistischen Bundesrat befreien und wieder in die Kunst zurückführen. Äxte, ins Riesenhafte gesteigert, lehnen an der Wand, Schaufensterpuppen sind mit gefährlichen Werkzeugen geschmückt, Holzklötze mit Zimmermannsnägeln gespickt, Legosteine formen sich zum Maschinengewehr, Baumscheiben legen ihren Kern offen: LOVE. Das alles ist um Hodlers Bild aufgebaut und soll nationalistisches Protzen und selbstgenügsame Arroganz decouvrieren. Schließlich ist Hirschhorn Demokrat und guter Nachbar, weshalb er nichts gegen Künstler hat, die neben seiner Arbeit ausgestellt werden.
Die
bepelzte Rakete Auch
was sonst so an Neuem zu sehen ist, überzeugt nur bedingt. Die bepelzte
Rakete der Zufallskünstlerin Sylvie Fleury beeindruckt nicht, wenn man
die Pelztasse der deutsch-schweizerischen Künstlerin Meret Oppenheim,
die leider in der Ausstellung fehlt, kennt. Netzhammers handwerklich
geschickte Figurenspiele erzeugen keine wirkliche Spannung, Silvia Bächlins
Zeichnungen sind technisch interessant gemacht, kommen einem aber
irgendwie bekannt vor. Die Schweiz ist eben doch nur ein kleines Land,
das nicht so ein weites Feld neuer Formen hervorbringt. Dass Markus Brüderlin
seine schweizerische Heimat dem Flachland näher bringen will, ist
ehrenwert. Aber man ist nach dem Rundgang dann doch froh, dass er nicht
Liechtensteiner ist. Text © Manfred
Wolff Swiss
Made 2: Präzision und Wahnsinn. Katalog |
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