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Bilder
des Unheimlichen Luc Tuymans, der 1958 in der Nähe von Antwerpen geboren wurde, hat in den letzten fünfzehn Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Revitalisierung der Malerei geleistet. Dank seiner Teilnahme an der Biennale in Venedig 2001 und der Documenta11 in Kassel 2002 ist er heute einer der bekanntesten Maler seiner Generation und hat seine Arbeiten in vielen europäischen Ländern sowie Nordamerika gezeigt. Authentische
Fälschung Tuymans arbeitet zumeist in Form von mehrteiligen Projekten, die einem bestimmten Thema oder einer künstlerischen Herangehensweise verpflichtet sind. Dabei gilt sein Interesse und seine Recherche sowohl der Methode der Malerei bzw. der Repräsentation sine qua non als auch den Bedingungen und der Rolle der Erinnerung und ihrer Darstellung. Er geht davon aus, dass die Malerei in ihrer eigenen Tradition gefangen ist und eigentlich nichts Neues oder Originelles mehr hervorbringen kann. Das von ihm formulierte Paradox der "authentischen Fälschung“ zwischen Tradition und Innovation hat ihm jedoch geholfen, das Medium Malerei weiter zu benutzen und neu zu aktivieren. Alle seine Bilder stehen in einem Spannungsfeld zwischen der Macht (oder auch der Gewalt) des Bildes einerseits und dem prekären Wert der Malerei andererseits. Fragmentierte
Geschichten Unter diesen Prämissen gilt sein besonderes Interesse historischen Themen, die als schwierig oder nicht darstellbar gelten. Das reicht vom Holocaust (einschließlich der "Gaskammer“) über die Passion Christi und den flämischen Nationalismus bis zur Kolonialgeschichte des Kongo. Daneben malt er alltägliche Gegenstände und Räume, die in den Bildern zu Orten des Unheimlichen und einer fast namenlosen Bedrohung werden. Die Fotografie und der Film spielen eine wichtige Rolle in der Bildfindung und -formulierung von Tuymans. Die isolierten Gegenstände auf seinen Bildern suggerieren fragmentierte Geschichten, die eine filmähnliche Spannung aufbauen. Die Malerei selbst ist von großer Kargheit geprägt. An Stelle kontrastreicher Farben tritt eine tonige Malweise, die nicht auf den ersten Blick gefangen nimmt, sondern wie durch Schatten und Schleier hindurch erst allmählich im Bewusstsein des Betrachters wächst. Die
gegenwärtige Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21, die gemeinsam mit
Tate Modern, London, erarbeitet wurde, versucht zum ersten Mal, einen
breiten Überblick über das Schaffen des Malers Luc Tuymans seit etwa
1985 zu geben und präsentiert knapp 75 Gemälde aus allen wichtigen
Werkgruppen. Quelle: Kunstsammlung NRW K21 Luc
Tuymans
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